Vor dem Eingriff
Sie werden während der Herzschrittmacher-Implantation, die in der Regel einige Stunden dauert, wahrscheinlich wach sein. Ein Spezialist legt Ihnen einen intravenösen Zugang in den Unterarm oder die Hand und verabreicht Ihnen ein Beruhigungsmittel, damit Sie sich entspannen können. Ihre Brust wird mit spezieller Seife gereinigt. Die meisten Herzschrittmacher-Implantationen werden unter örtlicher Betäubung durchgeführt, um den Bereich der Einschnitte zu betäuben. Die benötigte Beruhigungsdosis hängt jedoch von Ihrem individuellen Gesundheitszustand ab. Sie können während des Eingriffs wach oder leicht sediert sein oder eine Vollnarkose erhalten (und somit vollständig schlafen).
Während des Verfahrens
Ein oder mehrere Drähte werden in eine große Vene unterhalb oder in der Nähe des Schlüsselbeins eingeführt und mithilfe von Röntgenbildern zum Herzen geführt. Ein Ende jedes Drahtes wird an der entsprechenden Stelle im Herzen fixiert, das andere Ende ist mit dem Impulsgenerator verbunden, der üblicherweise unter der Haut unterhalb des Schlüsselbeins implantiert wird. Ein kabelloser Herzschrittmacher ist kleiner und erfordert in der Regel einen weniger invasiven Eingriff. Der Impulsgenerator und die anderen Komponenten des Herzschrittmachers befinden sich in einer einzigen Kapsel. Der Arzt führt eine flexible Schleuse (Katheter) in eine Vene in der Leiste ein und schiebt den Herzschrittmacher dann durch den Katheter an die richtige Position im Herzen.
Nach dem Eingriff
Nach der Implantation eines Herzschrittmachers bleiben Sie voraussichtlich einen Tag im Krankenhaus. Ihr Herzschrittmacher wird individuell auf Ihren Herzrhythmus programmiert. Bitte organisieren Sie eine Begleitperson, die Sie nach Hause fährt. Ihr Arzt/Ihre Ärztin empfiehlt Ihnen möglicherweise, für etwa einen Monat auf anstrengende körperliche Betätigung und schweres Heben zu verzichten. Vermeiden Sie Druck auf die Stelle, an der der Herzschrittmacher implantiert wurde. Sollten Sie Schmerzen in diesem Bereich haben, fragen Sie Ihren Arzt/Ihre Ärztin nach rezeptfreien Schmerzmitteln wie Paracetamol (z. B. Tylenol) oder Ibuprofen (z. B. Advil, Motrin IB).
Besondere Vorsichtsmaßnahmen
Es ist unwahrscheinlich, dass Ihr Herzschrittmacher aufgrund elektrischer Störungen nicht mehr ordnungsgemäß funktioniert. Dennoch sollten Sie einige Vorsichtsmaßnahmen treffen:
- Mobiltelefone. Telefonieren mit dem Mobiltelefon ist unbedenklich, halten Sie es aber mindestens 15 Zentimeter von Ihrem Herzschrittmacher entfernt. Bewahren Sie Ihr Mobiltelefon nicht in der Hemdtasche auf. Halten Sie es beim Telefonieren an das Ohr, das der Seite gegenüberliegt, auf der Ihr Herzschrittmacher implantiert wurde.
- Sicherheitssysteme. Das Passieren eines Metalldetektors am Flughafen beeinträchtigt Ihren Herzschrittmacher nicht, obwohl das Metall im Schrittmacher einen Alarm auslösen könnte. Vermeiden Sie es jedoch, sich in der Nähe eines Metalldetektors aufzuhalten oder sich dagegen zu lehnen.
Um mögliche Probleme zu vermeiden, führen Sie einen Ausweis mit sich, aus dem hervorgeht, dass Sie einen Herzschrittmacher haben.
- Medizinische Geräte. Informieren Sie alle Ihre Ärzte und Zahnärzte über Ihren Herzschrittmacher. Bestimmte medizinische Eingriffe, wie z. B. Magnetresonanztomographie (MRT), Computertomographie (CT), Strahlentherapie bei Krebs, Elektrokoagulation zur Blutstillung während Operationen und Stoßwellenlithotripsie zur Zertrümmerung großer Nieren- oder Gallensteine, können die Funktion Ihres Herzschrittmachers beeinträchtigen.
- Stromerzeugende Geräte. Halten Sie mindestens 61 cm Abstand zu Schweißgeräten, Hochspannungstransformatoren und Motorgeneratoren. Wenn Sie in der Nähe solcher Geräte arbeiten, fragen Sie Ihren Arzt, ob er an Ihrem Arbeitsplatz einen Test durchführen kann, um festzustellen, ob die Geräte Ihren Herzschrittmacher beeinflussen.
Zu den Geräten, die Ihren Herzschrittmacher wahrscheinlich nicht beeinträchtigen, gehören Mikrowellenherde, Fernseher und Fernbedienungen, Radios, Toaster, elektrische Heizdecken, elektrische Rasierapparate und elektrische Bohrmaschinen.